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BFL Goitzsche |
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Historie |
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Die historische Goitzsche |



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Auwald |
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Im Jahr 1905 beschrieb Klotz die Goitzsche als "mäßig großer Wald, der sich am Westrand des Muldetales zwischen den Nebenflüsschen der Mulde, dem Lober und der Leine … erstreckt."
Das Gebiet war durch den geschwungenen, noch weitgehend naturnahen Verlauf der Mulde und ihrer Nebenflüsse geprägt. An die flussnahen Weichholz-Auwälder schlossen sich Eschen-Ulmenwälder der Hartholzaue an. Neben einer artenreichen Verlandungsflora waren als Besonderheiten auch Schwarzerlen-Bruchwälder und Niedermoore zu finden. Die botanische und faunistische Artenvielfalt war aufgrund der Vielgestaltigkeit der Biotope sehr hoch.
Doch schon zu Beginn des Braunkohleabbaus fanden bereits Eingriffe in den Naturhaushalt statt. Die vorhandenen Wasserläufe wurden zum Schutz vor Hochwasser mehrfach umgelegt, an einigen stellen waren Nadelwälder aufgeforstet, auf nicht bewaldeten Standorten befanden sich von Gräben durchzogene feuchte und trockene Wiesen, Weiden und vereinzelt Äcker. |
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Bergbau |
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Die ersten Braunkohlefunde im Gebiet um Bitterfeld gehen auf das Ende des 17. Jahrhunderts (1680) zurück. Zunächst erfolgte der Abbau kleinräumig mit Aufschluss der Grube Auguste bei Holzweißig (heute Ludwigsee). Der großflächige Abbau begann mit dem Aufschluss der Grube Leopold im Jahre 1908. Einen Überblick zum Ablauf der Bergbautätigkeit gibt diese Zeittafel. |
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Industrie |
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Im 19. Jh. bildete die Braunkohle eine der wichtigsten Energiequellen Europas und somit die Grundlage für die Industrialisierung. Im Raum Bitterfeld siedelten sich aufgrund der guten Verkehrsanbindung, der günstigen Bodenpreise und der preiswerten Braunkohle zahlreiche chemische Betriebe, Metall- und Kunststoffindustrie sowie Ziegeleien an. |
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DDR-Zeit |
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Nach dem II. Weltkrieg erfuhr der Abbau eine weitere Intensivierung. Die Braunkohle als wichtigster Energielieferant der DDR sollte im Bitterfelder Raum bis zum Jahr 2040 komplett ausgebeutet werden. Mit dem Abraum sollte die Goitzsche verfüllt und für eine landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und militärische Nachnutzung vorbereitet werden. Zur Entwässerung wurden zunächst die Flüsse Lober und Leine verlegt, später (1975) musste die Mulde weichen, der Muldestausee entstand. Mehrere Dörfer (Paupitzsch, Niemegk, Döbern und Seelhausen) wurden beseitigt. Der Eingriff in den Naturhaushalt auf letztendlich 60km² Fläche war gravierend. Neben der Entfernung der Vegetationsdecke und der drastischen Veränderung des Bodengefüges hatte die Grundwasserabsenkung weiträumige Folgen. Der gesamte Wasserhaushalt des Gebietes wurde verändert, Grundwasserleiter irreversibel zerstört. Die nun vorhandenen Böden waren weitgehend vegetationsfeindlich und wurden nur langsam von der Natur zurückerobert. |
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Bergbaufolgelandschaft |
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Nach Beendigung des Abbaus im Jahr 1991 verblieb eine von sandig-kiesigen Böden geprägte Halden- und Kippenlandschaft. Im westlichen Bereich der Goitzsche waren bereits große Flächen aufgeforstet worden, auf einigen alten Tagebauflächen wie am heutigen Ludwigsee, am Paupitzscher See und auf der Tonhalde hatten sich spontan Pionierwälder entwickelt. Einige wenige Stellen wie die Bärenhofinsel und die Tagesanlagen waren unangetastet geblieben. Hier ist noch die ursprüngliche Vegetation erkennbar. Weite Flächen waren ohne Vegetation oder es hatte sich ein Teppich aus Sandtrockenrasen gebildet.
Es blieb eine Sekundärlandschaft mit vielen verschiedenen Strukturen, einer besonderen Naturausstattung und der Frage, wie diese nun entwickelt werden kann. |