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Wildnis |
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Ergebnisse |
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Ergebnisse des Wildnis-Projektes |




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Im Ergebnis des Projektes wurden folgende Entwicklungsprognosen für die BUND-eigenen Wildnisflächen erarbeitet: |
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Prognose - mittelfristig |
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In den nächsten 10 bis 20 Jahren ist bei einer weiteren ungestörten Entwicklung vor allem mit einer deutlichen Zunahme der Vorwaldstadien zu rechnen. Kleinräumige Offen- und Halboffenfluren werden sich infolge dessen beginnen zu schließen, während für den Landschaftscharakter der offenlandgeprägten Großräume wie der „Sandtrockenrasen Petersroda“ und das „Baufeld IIa“ mutmaßlich noch keine nennenswerten Änderungen auftreten. Lokal ist zudem durch Prozesse der Gewässerverlandung und den Abbau feuchter Pionierfluren eine Ausbreitung von Röhrichten zu erwarten. Ruderale Gras- und Staudenfluren sowie Dominanzstadien des Besenginsters werden voraussichtlich auf Kosten vegetationsarmer Rohböden und lückiger Ruderalfluren an Bedeutung gewinnen. Im Unterschied dazu dürften die Flächenanteile der Silbergrasfluren insgesamt zunächst etwa konstant bleiben, wobei allerdings die lückigen Initialstadien sukzessive durch artenreichere und geschlossenere Ausbildungen ersetzt werden. |
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Langfristige Entwicklungstendenzen |
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Langfristige Entwicklungstendenzen, damit sind Zeiträume von etwa 80 Jahren gemeint, sind vermutlich u.a. durch eine weitere Ausbreitung der Verlandungsvegetation gekennzeichnet. Das betrifft insbesondere auch die kleineren Restlochseen. Vorwälder werden auch zu diesem Zeitpunkt noch nennenswert vorhanden sein, wenngleich nicht mehr in der ursprünglichen Ausdehnung. Vorkommensschwerpunkte dürften auf besonders sauren und nährstoffarmen Standorten, die eine Hemmung der Vegetationsentwicklung bedingen, liegen. Auf reicheren Standorten bzw. in Bereichen, die schon jetzt Vorwälder in fortgeschrittenem Stadium aufweisen, sind dann bereits Birken-Eichenwälder zu erwarten. Partiell könnten diese - je nach Samenpotenzial der Umgebung - mit nichtheimischen Gehölzen (insbesondere Roteiche, ferner Robinie) angereichert sein. Auf besonders sandigen und zugleich trockenen Standorten sind darüber hinaus lückige Frühstadien von Kiefern-Trockenwäldern zu erwarten, die mit Resten der Silbergras-Pionierfluren Mosaike bilden bzw. deren Krautschicht sich im Wesentlichen aus Arten der Sand-Trockenrasen zusammensetzt. Neben der Kiefer ist hier - aufgrund der widrigen Standortbedingungen - kaum mit weiteren Baumarten zu rechnen. Im Bereich von Nassstandorten ist außerdem mit der Entstehung von Bruchwäldern zu rechnen. Diese enthalten an lückigen Stellen ggf. auch Fragmente von Röhrichten und Kleingewässern. Gras- und Staudenfluren dürften (bis auf die oben erwähnten Pionierrasen trockener Standorte) auf rudimentäre Vorkommen in Rand- und Verlichtungsbereichen beschränkt bleiben. Erst in der perspektivisch fortschreitenden Entwicklung (Zusammenbruchphase von Waldbeständen in 200-300 Jahren) sind großflächigere Ausbildungen wieder denkbar. Ferner ist nach bisherigem Kenntnisstand ein Übergang der Laubholzaufforstungen in naturnahe Wälder (bis auf die Pappelforsten) ebenfalls erst in Zeiträumen, die über die hier betrachteten weit hinausgehen, anzunehmen.
Wildnis und Nutzungsansprüche
Hinsichtlich der Einbindung der Wildnisgebiete der BUNDstiftung in die Gesamtlandschaft gilt es Kompromisse zwischen den Nutzungsansprüchen und dem Wildnisgedanken zu finden. Dies konnte nur in Zusammenarbeit mit den potenziellen Nutzern stattfinden. Deshalb bildeten Absprachen mit allen möglichen Nutzern einen wichtigen Teil der Projektarbeit. Nutzungswünsche der BUNDstiftung eigenen Flächen in der Goitzsche betreffen insbesondere die jagdliche, fischereiliche und die Nutzung durch Erholungssuchende und Natursportler.
Fischerei
In Absprache mit der Fischereibehörde und dem Anglerverband werden die der BUNDstiftung gehörenden Flachwasserbereiche im Großen Goitzsche See nicht zur fischereilichen Nutzung freigegeben. Hier soll das Störungspotenzial von Seiten des Wassers und der Uferbereiche soweit als möglich minimiert werden, da gerade diese Bereiche für eine Vielzahl an störungsempfindlichen Arten wichtige Rückzugsgebiete darstellen. Auch die übrigen Wasserflächen, wie der Paupitzscher See, der Ludwigsee und der Zöckeritzer See sollen möglichst ungestörte Bereiche darstellen. Deshalb werden diese Gebiete für die nächsten 5 Jahre von der fischereilichen Nutzung freigestellt. Falls später zur Hege notwendig werden zwischen Behörde und BUNDstiftung gemeinsame Festlegungen über die Befischung der Gewässer getroffen, die dies berücksichtigen. Vorstellbar sind festgelegte Bereiche bzw. festgelegte Termine zum Hegeangeln.
Jagd
Auf mehr als 900 ha (der vom BUND erworbenen Flächen) konnte in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft und den Jagdbehörden eine Jagdruhe durchgesetzt werden. Das Vorhaben hat experimentellen Charakter, deshalb wird gemeinsam mit den Jägern ein intensives Monitoring der Wildbestände betrieben, um bei akuten Problemen nach Abstimmung zwischen allen Beteiligten eingreifen zu können.
Erholungsnutzung
Im Bereich der Erholungsnutzung und des Natursportes entstehen mögliche Konflikte wiederum durch das Störungspotenzial, welches durch Erholungssuchende erzeugt wird.
Für eine Beruhigung der Gewässer und Uferzonen erfolgte in Absprache mit dem Kommunalen Zweckverband und dem Landkreis die Festlegung, dass die Wasserflächen der BUNDstiftung im Großen Goitzsche See nicht für den Wassersport freigegeben werden. Der Landkreis erließ für den Bereich der Bärenhofinsel und der sie umgebenden Flachwassergebiete eine Schongebietsanordnung. Eine Tonnenkette trennt diesen Bereich vom nutzbaren Gewässerteil. Am Ludwigsee wurde in Absprache mit der damaligen Gemeinde Holzweißig eine abgegrenzte Badestelle ausgewiesen, um auch hier nur in einem überschaubaren Bereich Störungen zuzulassen.
Durch eine attraktive Wegeführung, Aussichts- und Beobachtungspunkte sollen für Wanderer und Radfahrer Anreize geschaffen werden, diese zu nutzen und dadurch andere Bereiche völlig ruhig zu halten. In diesem Kontext steht auch der Wegerückbau in bestimmten Bereichen, die Kernzonen der Wildnisentwicklung bilden. Angebote zu geführten Wanderungen und zu Naturerlebnistagen sowie Projekttagen für Schulen in der Goitzsche durch die BUNDstiftung sollen interessierten Besuchern Möglichkeiten eröffnen, die Wildnisentwicklung mitzuerleben ohne diese negativ zu beeinflussen. Regelmäßige Kontrollen durch die Naturwacht der BUND-Kreisgruppe in Zusammenarbeit mit der Polizei helfen illegale Nutzungen, wie z.B. das Befahren mit Kraftfahrzeugen zu minimieren bzw. auszuschließen. |